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Mut zum Brückenbauen zwischen Gefängnis und Gemeinde in Dresden

Am Samstag 18.05.19 trafen sich Interessierte sowie Engagierte aus der ehren- und hauptamtlichen Gefängnisarbeit in der Dresdner Pfarrei St. Martin zum Austausch über das Thema „Brücken zwischen Gefängnis und Gemeinde / Gesellschaft“. Veranstalter waren der Verein der freien Straffälligenhilfe SET‑FREE e.V. und die katholische Gefängnisseelsorge Dresden.

Die ca. 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland wurden von der Seelsorgerin Angelika Lang anhand eindrücklicher Beispiele über Wege des Brückenbauens informiert. Beeindruckend war, mit welchem Einsatz sich die ehemaligen Straffälligen – insgesamt hatten sie knapp 150 Jahre in Haft verbracht – wieder für die Gefängnisarbeit einbringen. Im Anschluss konnte sich das Reintegrationsprojekt „Café Rückenwind“ aus Berlin vorstellen und es kamen viele Haftentlassene und Ehrenamtliche zu Wort, die aus ganz persönlicher Betroffenheit berichteten.

Bei mehreren Podiumsdiskussionen wurden wesentliche Aspekte der Themenbereiche Schuld – Strafe – Wiedergutmachung – Ehrenamt und Reintegration vertieft. Gemeinsam wurden Wege herausgearbeitet, durch welche die Gesellschaft zu einem konstruktiveren und versöhnlicheren Umgang mit Schuld motiviert werden kann.

Zwei Teilnehmerinnen, die sich zu diesem Treffen aus Interesse am Ehrenamt gemeldet hatten, vereinbarten im Anschluss direkt einen Termin, bei dem die konkrete Mitarbeit eingeleitet werden soll. Ein schönes Ergebnis!

Pfarrer Thaddäus Posielek als Hausherr und Ehrenamtliche aus der Pfarrei St. Martin haben durch ihr großes Engagement wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen und dadurch selbst auch wieder ein weiteres Stück Brückenbau zwischen der JVA Dresden und der Gemeinde / Gesellschaft geleistet, wie der Vorsitzende des SET‑FREE e.V., Pedro Holzhey, betonte. Dafür herzlichen Dank!

Gemeinsam soll nun weiter an der Vision einer Gesellschaft der Barmherzigkeit gebaut werden, die sich Gescheiterten und straffällig gewordenen Menschen zuwendet und Möglichkeiten schafft, dass Betroffene wieder Verantwortung übernehmen, damit „aus Straftätern Täter der Liebe“ werden können. Haftentlassene, die ihr Leben verändert haben, wirken als „Botschafter des Friedens“ zurück in die Gesellschaft und in die Gemeinde.

Der gemeinsame Gottesdienst von Gemeinde und den Teilnehmern des Treffens bildete den Abschluss der Veranstaltung, aber zugleich auch eine weitere Brücke unter dem Bibelwort „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

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