Kein Täter werden Hotline Bundesweit

Freundesbrief Dezember 2020


Slogan Set Free

Liebe Freunde und Förderer, liebe Mitarbeitende,

zunächst sagen wir herzlich Danke für die Unterstützung und Mitarbeit in diesem Jahr, das uns alle vor große und neue Herausforderungen gestellt hat. Ohne die viele ehrenamtliche Arbeit, die geleistet wurde und die treuen Spender/innen wäre es nicht möglich gewesen, dass sich der Verein auf so vielfältige Art und Weise engagiert. Dazu wollen wir heute eine kleine Auswahl von Beispielen aus dem vergangenen Jahr vorstellen.

Wir arbeiten in unserer Niederlassung in Dresden eng mit der Gefängnisseelsorge zusammen, sowohl in der Gefängnisarbeit in der JVA Dresden, im Übergangsmanagement und in der Nachsorge als auch in der Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter. Auch für diese vertrauensvolle Zusammenarbeit sagen wir Danke!

Wir haben die herzliche Bitte, unsere Gefängnisarbeit auch in 2021 wieder durch ehrenamtliches Engagement und durch Spenden zu unterstützen (siehe dazu die Überweisungsdaten am Schluss des Freundesbriefes). Insbesondere

  • für die Beschäftigung eines Mitarbeiters in der Geschäftsführung, aber auch
  • für die vielfältigen Aufgaben in der Nachsorge (Soforthilfen, Wohnungseinrichtung, Transportunterstützung, persönliche Begleitung u.v.m.)

Brücke zwischen Gefängnis und Gemeinde – die Dresdener “APAC-Selbsthilfegruppe” geht in ihr zweites Jahr

Dieses Frühjahr haben uns weitere Haftentlassene in der Dresdener „APAC-Selbsthilfegruppe“ besucht, die wöchentlich in der Pfarrei St. Martin in Zusammenarbeit mit der Gefängnisseelsorge stattfindet. Schwerpunkt dabei ist die regelmäßige Begleitung sowohl des persönlichen Prozesses nach der Haft als auch die Übernahme von Verantwortung und die Nachsorge-Hilfe bei der Reintegration in die Gesellschaft. Aber auch hier haben die Corona-Auflagen dazu geführt, dass diese Begleitung derzeit auf Einzelbegleitung durch unsere ehrenamtlichen Paten umgestellt wurde.

Dresdener Haftentlassene engagieren sich ehrenamtlich

Wie schon im Vorjahr für einen Ehemaligen, hat die Diözese Dresden-Meißen, initiiert durch Angelika Lang, die für die überregionale Vernetzung der Gefängnisseelsorge Dresden zuständig ist, auch in 2020 zwei ehrenamtliche Betätigungen für Haftentlassene organisiert . Ein Ehemaliger engagiert sich bei der Tafel in St. Martin und arbeitet zudem als erhrenamtlicher Mitarbeiter in der Bistumsverwaltung. Ein zweiter Ehemaliger übernimmt Hausmeistertätigkeiten in der Pfarrei St. Martin. Eine sinnstiftende Arbeitstätigkeit und Alltagsstruktur sowie auch die Möglichkeit einer kleinen Ehrenamtspauschale sind für beide Ehemalige eine gute Hilfe bei der Wiedereingliederung.

Dresden HaftentlasseneBei einem Vortrag über die Arbeit als Gefängnisseelsorgerin vor dem „Kreis junger Erwachsener“ in der Dresdener Gemeinde Herz-Jesu in Johannstadt wurde Angelika Lang von dem Ehemaligen S. unterstützt, der ihren Vortrag mit seinem Lebensbericht bereicherte.

Auch beim nachfolgenden Bericht über den Pilgerweg nehmen fünf Ehemalige teil und bereichern den Tag mit ihren Beiträgen und Erlebnisberichten.

Aufbruch in die Freiheit – ein Pilgerweg

Aufbruch in die Freiheit – ein PilgerwegAm 3. Oktober 2020 folgten 23 Erwachsene der Einladung zu einem Pilgertag. Initiiert und vorbereitet wurde der Tag von Angelika Lang, die in der Gefängnisseelsorge tätig ist, und Mitgliedern der Dresdener Pfarrei St. Martin. Schon am Morgen bei der Vorstellungsrunde wurde offensichtlich, wie bunt die Gruppe gemischt war. Erwartungsgemäß waren Mitglieder einiger Gemeinden der Pfarrei dabei. Dazu kam eine Teilnehmerin aus der evangelischen Nachbargemeinde. Zugezogene, die erst wenige Male im Gottesdienst in Dresden waren, nutzen den Pilgerweg, um Anschluss an die Gemeinde zu finden. Hinzu kamen auch Kirchenfremde, deren Interesse durch eine Ankündigung in der Zeitung geweckt worden war. Sehr bereichert wurde der Tag durch ehemalige Gefangene und Ehrenamtliche aus dem Bereich der Straffälligenhilfe wie z.B. dem SET-FREE e.V.

Das Programm war kurz umschrieben: 9:00 – 16:30 Uhr Pilgern ca. 16 km, Stationen mit Impulsen und persönlichen Berichten über:

  • JVA – Gefangensein, was heißt das?
  • Wasser – Aufbruch in die Freiheit und zum Leben
  • Wegkreuzung – Leben in Fülle durch Berufung

PilgerwegTeilnehmende schrieben dazu: An der ersten Station mit Blick über die Stadt und die Mauer der JVA Dresden hören wir die ersten Berichte der Ehemaligen. Diese Berichte rühren an. Es ist etwas ganz Besonderes. Und es ist ganz anders als alles, was ich aus Büchern oder Fernsehen oder anderen Quellen kannte. Was bedeutet das, gefangen genommen zu werden, Gefangener / Inhaftierter zu sein. Und es brennen die Sätze in mir: ‚Du verlierst alles, alles was du hattest und warst. Alles wird dir genommen. Zuletzt musst du dich ausziehen, bis auf die Haut, bist nackt. Dann bekommst du Kleidung, die nicht die deine ist und von der du nicht weißt, wer sie vor dir getragen hat, und die in den seltensten Fällen passt. Es ist ein traumatisches Erlebnis.‘ Und in meinem Kopf dröhnt der Satz: „Jesus wird seiner Kleider beraubt.“

Auf dem weiteren Weg gehen wir schweigend. Wir bewegen die Fragen in unseren Herzen: ‚Wo bin ich gefangen? Woran bin ich gekettet – freiwillig / unfreiwillig? Welches Gewand / (Schutz-) Kleidung sollte ich ablegen? Ja, auch wir, die wir immer in Freiheit gelebt haben, haben unsere inneren Gefängnisse. Dabei ist klar, es ist ein großer Unterschied, ob mir meine Kleidung genommen wird oder ich mich dieser freiwillig entledige.

Ein Ehemaliger berichtet weiter: “Die ersten drei Tage habe ich nicht geschlafen.“ „Als ich in den Knast kam, habe ich von einer Stunde auf die andere keinen Sinn mehr gesehen in meinem Leben”, erzählte er weiter.

„Die Zeit im Knast zwingt dich zur Begegnung mit dir selbst“ wurde uns erklärt und sogar von Gotteserfahrungen berichtet und der Berufung, sich jetzt für andere Inhaftierte und Haftentlassene zu engagieren. Ein anderer erzählte: “Ich war eine echte Größe im Rotlichtmilieu, aber ich wollte nicht, dass meine Tochter dort groß wird. Vater zu werden verändert alles. Meine Berufung ist es nun, Vater zu sein.“

PilgerwegIch selbst hatte bis vor wenigen Wochen noch nie Kontakt zu Gefangenen bzw. ehemaligen Häftlingen. Wenn doch, wusste ich zumindest von keinem darüber. Es ist schon sehr überraschend zu erfahren, dass jemand, den ich schon einige Zeit kenne und schätze, berichtet, dass er im Knast war – sogar lebenslänglich. Er berichtete, es sei schwer, offen mit der Vergangenheit umzugehen, insbesondere bei der Arbeitssuche und bei Behördengängen: “In dem Moment, wo die lesen, dass du im Knast warst, ändert sich die Atmosphäre des Gespräches und plötzlich wirst du ganz anders behandelt.” Der Satz hat mich noch eine Weile beschäftigt, denn ich erwische mich zuweilen auch selbst dabei, jemanden aufgrund einer Information über seine Vergangenheit in eine Schublade zu stecken. Aber Leben verändert, Perspektiven ändern sich, Menschen ändern sich – wenn sie eine Chance dazu bekommen. Das ist auf dem Pilgerweg vielen in beeindruckender Weise bewusst geworden.

Der Pilgerweg veränderte unsere Gruppe. Wir, die wir einzeln zum Pilgertag gekommen sind, wurden eine Gemeinschaft, eine Gemeinde. Die Berichte der ehemaligen Insassen und die der ehrenamtlichen Betreuer und der Gefängnisseelsorgerin verschmolzen zu einem Bild. Den Abschluss des Pilgertages finden wir im gemeinsamen Gottesdienst. (Beiträge von Jadwiga Nawka und Christoph Kern, zusammengefasst von Angelika Lang, Copyright Fotos: Christina Roßmy)

Abiturient(inn)en eines Gymnasiums in Freising setzen sich mit Schuld und Strafe auseinander (hier der gekürzte Bericht einer Schülerin):

„Im Rahmen des Themengebiets „Schuld und Strafe“ im Ethikunterricht der Q12 besuchte am Freitag, 21. Januar 2020, Pedro Holzhey das Camerloher-Gymnasium, um den Schülerinnen und Schülern die Realität einer Justizvollzugsanstalt (JVA) näherzubringen.

Gymnasiums in FreisingZuerst referierte Pedro Holzhey über die jährlich in Deutschland begangenen Straftaten. Damit wurde für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar gezeigt, dass diese eine alltägliche Sache sind und dass wirklich jeder zum Straftäter werden kann. Nur rund die Hälfte aller Straftaten wird aufgeklärt. Ein noch geringerer Anteil hat tatsächlich die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe zur Folge. Von den Inhaftierten werden in Deutschland rund 55 Prozent wieder straffällig. Es stellt sich also die Frage, ob das System von Verurteilung und Strafe funktioniert oder Überarbeitung braucht.

Gymnasium HolzheyAls ehemaliger Gefangener konnte Pedro Holzhey den Schülerinnen und Schülern einen Einblick sowohl in den langwierigen Untersuchungs- und Verhandlungsprozess als auch in das Leben in Haft verschaffen. Verdeutlicht wurde der Alltag durch den Kurzfilm des Sankt Michaelbundes „Gefängnisseelsorge in der JVA Stadelheim“. Sehr persönlich berichtete Pedro Holzhey von seiner eigenen Tat und den Versuchen, mit seiner Schuld umzugehen und Kontakt mit Opfern aufzunehmen. Der christliche Glaube, zu dem Pedro Holzhey in der Haft fand, war mitunter die größte seelische Unterstützung für ihn und viele weitere, denn JVAen seien an Sozialarbeitern und Psychologen nach Meinung von Pedro Holzhey stark unterbesetzt. Außerdem würden die Gefangenen nicht ausreichend auf die Entlassung vorbereitet. Die Resozialisierung und Integration in die Gesellschaft werde dadurch fast unmöglich, so Holzhey weiter. Kontakte zu Freunden und Familie brächen ab, Arbeitgeber wiesen die Freigelassenen ab. Man blicke auf sie herab, so die Erfahrung von Holzhey. Gerade dadurch aber werde die Rückfallquote erhöht.

Das Camerloher-Gymnasium dankt Pedro Holzhey für seinen sehr persönlichen Vortrag, der allen Einblicke in einen Bereich der Gesellschaft ermöglichte, die man im täglichen Leben kaum so bekommt.“ Celia Symes (Q12)

Mitwirkung am ersten Grünen Justizkongress in Bayern

mit dem ersten Grünen Justizkongress am 24.10.2020 sollten Wissenschaft, Praxis und Betroffene vernetzt werden. Der Autor und frühere Gefängnisdirektor Dr. Thomas Galli machte deutlich, warum trotz engagierter Beschäftigter der Justizvollzug in zu vielen Fällen sein Ziel verfehlt. Das gemeinsame Einsperren mehrerer Täter*innen und das faktische Entmündigen in diesen Anstalten schaffen oft neue Probleme. Stattdessen wäre es wichtig, die Betroffenen aus kriminellen Strukturen zu lösen und ihnen zu helfen, selbstständig ohne Straftaten leben zu können.

Tobias Merckle von Seehaus e.V zeigte, wie dies in der Praxis aussieht. In dessen Einrichtungen in Baden-Württemberg und Sachsen wird ein alternativer Strafvollzug in freien Formen durchgeführt. Die jungen Männer leben in familiären Strukturen mit festen Bezugspersonen und gehen sinnstiftenden Tätigkeiten nach. Sie werden so deutlich öfter in die Lage versetzt, ihr Leben selbstbestimmt und straffrei zu gestalten. Mauern gibt es keine.

Grüner Justiz KongressEs kamen auch (ehemalige) Inhaftierte zu Wort: Manuel Matzke von der Gefangenengewerkschaft, Pedro Holzhey vom SET-FREE e.V. und Kalle aus Berlin, im Gespräch mit der Journalistin und Soziologin Tine Kugler. Sie berichteten von dem Gefühl der Ohnmacht und Erniedrigung im Gefängnis, aber auch von engagierten Vollzugsbediensteten. Trotzdem käme die Auseinandersetzung mit der Tat viel zu kurz. Bewährungshelfer*innen sind wegen zu schlechter Betreuungsquoten nicht in der Lage, ausreichend bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen.

Mit dem stv. Landesvorsitzenden der Opferhilfsorganisation Weißer Ring Manfred Hofmann waren sich die Gefangenen in erstaunlich vielen Punkten einig. Täter*innen wie Opfer sind oft daran interessiert, die Tat zu bewältigen. Dabei hilft ein Täter-Opfer-Ausgleich. Das System Gefängnis verhindert dies aber immer wieder. Eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Opfer würde zu deutlichen Veränderungen des Strafvollzugs führen. Dies bestätigte Marianne Kunisch, Vorsitzende der „Nothilfe Birgitta Wolf“, aus ihrer langjährigen Erfahrung als Strafverteidigerin.
Eine grundlegende Diskussion über die Vermeidung von Haftstrafen und Alternativen zu Gefängnissen ist notwendig, aber komplex. So sollten Formen von „Restorative Justice“ und auch der Täter-Opfer-Ausgleich gestärkt werden, das Übergangs- und Entlassungsmanagement ausgebaut und mehr Stellen für Bewährungshelfer*innen und Sozialarbeiter*innen geschaffen werden. Der offene Vollzug muss auch in Bayern zur Regel gemacht und der Vollzug in freien Formen gesetzlich verankert werden.

Eine vollständige Aufnahme des Kongresses finden Sie hier: www.youtube.com/watch?v=Hy9pV4w0dHI

Der Strafvollzug als gescheitertes Modell?

Sächsisches Justizministerium und SET-FREE mit auf dem Podium

SET-FREE mit auf dem PodiumIm Rahmen der Ausstellung „Im Gefängnis – Vom Entzug der Freiheit“ im Dresdener Hygienemuseum kam es am 07.10.2020 zu einer gut besuchten Podiumsdiskussion unter dem Motto „Im Vollzug – Wie steht es um die Gefängnisse in Sachsen?“

Neben Prof. Dr. Jens Borchert von der Hochschule Merseburg und dem stv. Bundesvorsitzenden des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschland e.V. (René Selle), nahmen auch der Leiter der Abteilung IV Strafvollzug im Sächsischen Justizministerium (Jörn Goeckenjan) teil sowie der Vorsitzende des Vereins für freie Straffälligenhilfe „SET-FREE e.V.“ (Pedro Holzhey).

In gut einer Stunde leitete die Journalistin Dr. Susanne Kailitz mit kritischen Fragen durch den Themenbereich, der von Prof. Borchert mit der historischen und wissenschaftlichen Herleitung eingeleitet wurde, warum der Freiheitsentzug/Strafvollzug in sich schon einen Widerspruch darstelle, denn der Weg, jemandem die Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit zu entziehen (Vollzugsziel Sicherheit) und zu glauben, dass man ihn gleichzeitig auf die Freiheit ohne Straffälligkeit vorbereiten könne (Vollzugsziel Resozialisierung), seien prinzipiell unvereinbar und so nicht realisierbar.

Eben bei der Resozialisierung von Gefangenen sah Herr Holzhey in allen Bundesländern großen Nachholbedarf. Zugleich verwies er auf eine Sonderposition Sachsens: Der Freistaat habe eines der besten Strafvollzuggesetze Deutschlands. Den Koalitionsvertrag in Sachsen bezeichnete er als große Chance. Zudem werde in Sachsen offener mit den Problemen umgegangen als in anderen Bundesländern.

Hr. Selle ergänzte aus der Sicht der Bediensteten, dass mit viel zu wenig Personal, einem schlechten Berufsimage und großen Nachwuchssorgen („Die meisten Anwärter wählen nur den Strafvollzug wegen eines sicheren Arbeitsplatzes und wegen dem Gehalt“) die o.g. Vollzugsziele gar nicht erreicht werden können, und dass das Personal viel zu oft für Aufgaben herangezogen würde, die keine Zeit mehr für Behandlung/Beziehungspflege lasse.

Hr. Goeckenjan verwies zunächst ausführlich auf die Schwierigkeiten, welche die Corona-Krise mit sich bringt, und auf die Ärzteknappheit, für die man im Ministerium noch keine Abhilfe gefunden habe. Zur Frage, ob denn eine Resozialisierung, das Übergangsmanagement und die Nachsorge unter den aktuellen Bedingungen überhaupt erreichbar seien, führte er aus, welch vielfältiges Angebot es im Vollzug gebe und dass für alle Gefangenen bei der Entlassung für eine Wohnung vorgesorgt werde und dass nahezu alle auch über einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz verfügen würden.

Dagegen stellte Hr. Holzhey angesichts einer hohen Quote erneuter Straffälligkeit – aus der Sicht der freien Straffälligenhilfe und der Betroffenen und durch langjährige Erfahrung belegt – fest, „dass der Strafvollzug in Deutschland ein gescheitertes Modell darstellt“, an dem wider besseren Wissens (kriminologische Erkenntnisse) festgehalten werde – ohne erkennbaren Willen zu grundlegenden Veränderungen. Nach all seinen Erfahrungen mit den begleiteten Haftentlassenen wären Resozialisierung, Übergangsmanagement und Nachsorge „so gut wie nicht vorhanden – einfach immer wieder eine Katastrophe“.

Sein Wunsch an die Justiz „bitte haben Sie den Mut, grundlegende Dinge zu verändern, und drehen Sie bitte an einem großen Rad, statt weiter an kleinen Schräubchen zu schrauben“, sollte sich zumindest an diesem Abend nicht erfüllen. Das Publikum äußerte zwar Fragen und Vorschläge in der gleichen Richtung, es wurde aber nicht erkennbar, ob und wie die Justiz diese aufnehmen wollte.

Copyright Fotos: Oliver Killig

Corona und der Umgang der Verantwortlichen damit belasten die Betroffenen bis aufs Äußerste

Ein Gefangener aus der JVA Straubing gibt bestürzende Einblicke in den Corona-Vollzug, die wir deshalb mit öffentlich gemacht haben

Im Frühjahr begann sich mit zunehmendem Corona-Geschehen auch der Strafvollzug zu verändern, mit pauschalen Kontaktreduktionen, die auf eine drastische Haftverschärfung für Inhaftierte und ihre Bezugspersonen hinausliefen – und die bis heute bundesweit zu vielen schädigenden Einflüssen des Strafvollzugs geführt haben. Es regen sich unter den Inhaftierten erste Unruhen, tägliche Frustrationen und atypische Verhaltensweisen: Von aggressivem Auftreten, Rückzug einzelner Insassen und selbstgewählter Isolation bis zu einer Art antrainierter Hilflosigkeit, angesichts der Chancenlosigkeit, etwas an der Situation ändern zu können.

Gefangenenmitverantwortungen laufen Sturm und versuchen fortlaufend, die Missstände und die dahinter liegenden Risiken ins Bewusstsein der Verantwortlichen zu rücken.

Seitens des Justizvollzugs ist man derzeit unter Bezugnahme auf ministerielle Vorgaben noch davon überzeugt, dass Maßnahmen, wie eine marginale Erweiterung der Angebotsliste des Anstaltskaufmanns mit üblichen Genuss- und Alltagsartikeln, eine Aufstockung der Anzahl von Fernsehsendern oder die einmalige Möglichkeit, einen Teddybär kaufen und an bis zu sechs Jahre alten Kinder versenden zu dürfen, ausreichen, um den oben genannten Auswirkungen entgegenzuwirken. Zur Kompensation der grundgesetzlichen Einschnitte wird den Inhaftierten zwar ein Mal pro Woche ein zehnminütiges Telefonat oder Skype-Gespräch gewährt, jedoch unter unmittelbarer Überwachung von Justizbediensteten, falls es denn die beschränkte Kapazität von Geräten überhaupt zulässt, gleichzeitig mehreren Inhaftierten sozialen Kontakt zu ermöglichen.

Wahrnehmbar wird jedoch, dass dies mehr einer sozialen Palliativstation gleicht und das Leiden und Absterben der Sozialkontakte nur verlängert. Es ist fraglich, ob das Ziel, Gefangenen die Fähigkeit zu lehren, Probleme durch Kommunikation und Unterstützung von und mit sozialen Kontakten zu lösen, so erreicht wird. Die Ursache für diese sehr Besorgnis erregende und rasch vorangehende Entwicklung resultiert darin, dass die Menschen im Strafvollzug nicht gehört werden. Beobachtet wird, dass sich intern kein Soziologe oder Psychologe ernsthaft mit dieser Entwicklung auseinandersetzt oder gar mit dem betroffenen Menschen spricht. Informationen der Anstaltsleitung erreichen die Gefangenen nach meiner Beobachtung nur spärlich, negativistisch und kaum aktualisiert.

In weiten Teilen lehnen die Inhaftierten die aktuelle Besuchssituation ab, auch um ihre Angehörigen zu schonen. Zwischenmenschliche Beziehungen, die oft über Jahrzehnte unter erschwerten Bedingungen aufrechterhalten oder sogar aufgebaut wurden, werden nun torpediert und laufen Gefahr, in relativ kurzer Zeit irreversibel zerstört zu werden. Dieses mangelnde soziale Verantwortungsbewusstsein nimmt den Inhaftierten die Luft zum Atmen – und dies auf unbestimmte Dauer.

Der ersichtlich immer desolater werdende soziale Zustand institutionalisierter Menschen wird später Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, denen wir heute vorbeugen könnten, wenn das Bewusstsein dafür medial in einen Diskurs ginge.

Als Inhaftierter habe ich vor kurzem eine Umfrage mit bis zu hundert Inhaftierten zur Besuchsregelung während der Corona-Situation gestartet, weil die daraus resultierende Unzufriedenheit erste negative wahrnehmbare Verhaltensmuster herausbildete.

Auslöser dieser Umfrage war, dass mich viele Insassen der JVA baten, mit der Leitung der JVA zu reden und die Sorgen aller zu transportieren. Dass dieser Vermittlungsversuch bei der Anstaltsleitung kein Gehör fand und erfolglos blieb, ist traurig, aber bittere Wahrheit.

Während meiner gesamten Haftdauer beobachtete ich die eine oder andere Herausforderung an die JVA, die nach längeren Diskussionen gelöst werden konnte. Doch nun hat sich etwas geändert: Die Auswirkungen der Corona-Situation und die damit verbundenen Vorgehensweisen der Verantwortlichen in JVA und Ministerien haben wahrnehmbar eine Atmosphäre geschaffen, welche durch die massiv restriktiven oder ganz fehlenden Sozialkontakte noch nie so kritisch und gefühlt instabil war.“

Isolation ist keine Option!

Die Organisation change.org sammelte bereits über 25.000 Unterschriften für Petition an den Bayerischen Landtag:

„Bayerische Strafgefangene dürfen gemäß Artikel 35 BayStVollzG Absatz 1 nur ,,in dringenden Fällen” mit ihren Angehörigen telefonisch in Kontakt treten. Diese beschränken sich laut Rechtsprechung auf Todesfälle, Fristen oder ähnliche Ausnahmesituationen, in denen ein Brief nicht ausreichen würde. Mit anderen Worten: Erst muss also ein Familienmitglied sterben, bevor der Häftling mit einem verbliebenen Angehörigen telefonieren darf.

Einzig im bayerischen Strafvollzug hält man noch im Jahr 2020 an der Praxis der Isolierung fest und diskriminiert dabei ganz offen bayerische Strafgefangene, indem man ihnen den wichtigsten Aspekt der Resozialisierung vorenthält, nämlich den effektiven Kontakt zu Familie, Kindern und Freunden. Damit verletzt der bayerische Strafvollzug einige seiner eigenen Gesetze, wie Teile des Artikel 5 und Artikel 26 des BayStVollzG sowie Teile des Artikel 1, 3 und 6 des Grundgesetzes (GG).

JVAWir, Gefangene der JVA Straubing, sind aufgrund der stark beschränkten Telefonpraxis gezwungen, uns bei den zweimonatlichen Telefonaten zwischen unseren Sozialkontakten zu entscheiden, sodass zwangsläufig die meisten Kontakte vernachlässigt werden und somit verkümmern, während nur einige Kilometer entfernt in angrenzenden Bundesländern jeder Strafgefangene beliebig mit seiner Familie telefonieren darf.

Die JVA Straubing lässt ihre Häftlinge, die keinen Besuch erhalten, nur alle 2 Monate für ca. 20 Minuten ein Telefonat mit einem direkten Familienmitglied führen und behauptet, dies würde ausreichen um einer Entfremdung der Gefangenen zu ihren Familien entgegen zu wirken.

Wir fordern daher gemäß § 115 der Verfassung des Freistaates Bayern (Bayerisches Petitionsgesetz) eine Änderung des Artikels 35, Absatz 1 des Bayerischen Strafvollzuggesetzes.
Von: „Gefangenen kann in dringenden Fällen gestattet werden Ferngespräche zu führen“in: „Gefangenen kann gestattet werden, Ferngespräche zu führen“.

In anderen Anstalten der Sicherheitsstufe 1 wie Brandenburg an der Havel, Oldenburg, Tegel sowie Werl – um nur einige zu nennen – gibt es bereits die Haftraumtelefonie, in der JVA Hohenleuben sowie Oldenburg nutzen die Gefangenen ein Haftraum-Mediasystem, mit dem sie fernsehen, telefonieren, unter Überwachung E-Mails versenden sowie auf ausgewählte Internetseiten zugreifen können.

Bei der hiesigen Praxis müssen sich Häftlinge an vorgeschriebene Zeiten halten, in denen sie telefonieren dürfen. In der Regel sind das Werktage, vom Montag – Donnerstag zwischen 18:00 Uhr und 20:30 Uhr. Jedoch führen eben diese vorgeschriebenen Zeiten sehr häufig zu Frustrationen unter den Gefangenen, da ihre Gesprächspartner zum Großteil berufstätige Personen sind, die zu den oben genannten Zeiten schlichtweg noch nicht zuhause sind.

Wir, insbesondere die Langzeithäftlinge mit teilweise zehn, fünfzehn oder mehr Jahren Haftzeit, entfremden uns bei dieser Praxis von unseren Familien, Frauen, Kindern und Freunden. Wir verlieren den Rückhalt und Anschluss einer normalen Welt, in die wir eines Tages entlassen werden sollen. Deshalb organisieren wir uns als GMV (GefangenenMitVerantwortung) und fordern, dass wir endlich frei mit unseren Familien kommunizieren können!

JVAOhne regelmäßige Gespräche – wofür Briefe heutzutage nun mal nicht ausreichen, um Kontakte am Leben zu halten – fällt für uns Gefangene auch dieser soziale Empfangsraum unwiederbringlich weg und wir geraten nach der Haftentlassung in noch größere Vereinsamung und sozialen Notstand.

Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestbesuchsdauer von 60 Minuten im Monat vor und selbst die sind, wie jeder Insasse oder Besucher bestätigen kann, sehr schnell verstrichen. Das sind 720 Minuten im Jahr, die einem Gefangenen an Kontakt von Rechts wegen zustehen und das absolute Minimum darstellen, um das Vollzugsziel der Resozialisierung und Wiedereingliederung “sicher” zu stellen.
Es ist also schlichtweg nicht möglich mit 120 Minuten Telekommunikation im Jahr bei einer mehrjährigen Haftstrafe weiterhin Teil der Familie und dem sozialen Gebinde zu bleiben. Gerade bei Kindern werden die Inhaftierten früher oder später lediglich zu einer gesichtslosen Stimme, die alle 2 Monate für 20 Minuten anruft und immer dieselben Fragen stellt.
Vollkommen ignoriert wird auch die bereits 2018 veröffentlichte Empfehlungsliste des Ministerkomitees des Europarates, die zur Stärkung der Rechte von Kindern inhaftierter Elternteile beitragen sollte. Zu diesen Empfehlungen gehören neben dem Recht des Kindes auf regelmäßigen, wöchentlichen Kontakt zu inhaftierten Eltern bei persönlichen Treffen auch alternative Kommunikationsmöglichkeiten wie beispielsweise Video-Gespräche, Telefon- sowie Internetsysteme – einschließlich Webcams und Chatfunktionen. Eine entsprechende Infrastruktur sei hierfür bereit zu stellen. Der bayerische Strafvollzug steht diesen Empfehlungen evident gleichgültig gegenüber, während er von Familienwert und Zusammenhalt predigt.

Was soll aus Menschen werden, die jahrelang im Gefängnis vereinsamen und dann in eine Welt entlassen werden, in der sie niemanden mehr kennen, weil Briefe im Jahr 2020 nun mal nicht ausreichen, um eine funktionierende Beziehung aufrecht zu erhalten?! Besonders betroffen von dieser rückständigen Praxis sind Gefangene, die vollständig auf Briefe als einzige Kommunikationsform angewiesen sind. Dazu zählen Gefangene:

  • die keinen Besuch erhalten, weil die Besucher entweder zu finanzschwach oder körperlich nicht in der Lage sind die Fahrt zum Gefängnis auf sich zu nehmen oder aber ausländische Gefangene, deren Angehörige manchmal tausende Kilometer weit weg leben. Diese Menschen haben schlichtweg keine Möglichkeit, die Gefangenen zu besuchen. Was dazu führt, dass Familien in manchen Fällen ein Jahrzehnt lang auf Briefverkehr angewiesen sind.
  • bei denen die Postzustellungen in einigen Ländern nicht immer gut oder auch gar nicht funktionieren, sodass Häftlinge oft auch in optimalen Fällen bis zu drei Monate auf eine Antwort warten müssen.
  • am schlimmsten ergeht es jedoch Personen mit Einschränkungen (bspw. Analphabeten oder Legastheniker), wenn diese ebenfalls keinen Besuch erhalten. Sollen diese Menschen ihre Briefe, mit intimsten Gedanken, von anderen Häftlingen schreiben & lesen lassen? Oder vom Sozialdienst, welcher ohnehin alle Hände voll zu tun hat?

Um diesen Missstand endlich zu beheben und nach zwanzigjähriger Verspätung mit den restlichen 15 Bundesländern gleichzuziehen, hoffen wir auf Ihre Unterstützung und bedanken uns herzlich für Ihre Unterschrift.

JVA Straubing: Petition für mehr Telefonzeit übergeben

Die Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl und Rosi Steinberger haben in der Straubinger Justizvollzugsanstalt (JVA) die Petition “Isolation ist keine Option!“ entgegengenommen. 25.000 Menschen haben die Petition unterschrieben, in der die Insassen der Justizvollzugsanstalt in Straubing mehr Telefonzeit fordern.

Soziale Kontakte brechen weg

Die Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl und Rosi Steinberger © BR/Sarah Beham
Die Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl und Rosi Steinberger © BR/Sarah Beham

Die Häftlinge dürfen bisher nur alle zwei Monate für 20 Minuten telefonieren. In anderen Bundesländern gibt es bereits Telefonsysteme auf den Gängen und liberalere Telefonzeiten. Schuberl und Steinberger trafen den Initiator der Petition zum Gespräch in der JVA Straubing, Medienvertreter durften nicht in das Gefängnis. Nach dem Termin sagte Toni Schuberl: “Es war ein sehr interessantes Gespräch, es ging um die Frage, warum in Bayern nur in ganz dringlichen Ausnahmefällen Telefonate möglich sind und dass das viele als Isolation empfinden und die Bindung an das soziale Umfeld verloren geht. Diese restriktiven Maßnahmen sind gefährlich, weil Resozialisierung schlechter gelingt.”

 

Großes Bedürfnis wird spürbar

Schuberl sprach von einer “erstaunlich guten Petition” – u.a. haben sie 530 Insassen aus Straubing unterschrieben. “Da merkt man: Es ist ein großes Bedürfnis da”, so Schuberl. Jetzt zu Corona-Zeiten sei es den Insassen in Straubing erlaubt, 40 Minuten pro Monat zu telefonieren und zusätzlich vier Stunden im Monat zu skypen, da die Besuche ausfallen. Die Insassen wollen mit der Petition erreichen, dass es auch nach der Pandemie möglich ist, die Telefonzeit zu verlängern, zusätzlich zu den persönlichen Besuchen.

Bayerische Strafgefangene dürfen gemäß Artikel 35 BayStVollzG Absatz 1 nur “in dringenden Fällen” mit ihren Angehörigen telefonisch in Kontakt treten. Diese dringenden Fälle beschränken sich laut Rechtsprechung auf Todesfälle, Fristen oder ähnliche Ausnahmesituationen, in denen ein Brief nicht ausreichen würde.

Steigt die Gefahr des Rückfalls ohne Kontakt?

Für Schuberl ist das Hauptziel der Haft die Resozialisierung: “Das funktioniert dann, wenn das soziale Umfeld erhalten bleibt. Wenn man die Familie alle zwei Monate 20 Minuten anrufen darf, dann bricht über die Jahre hinweg die Verbindung ab und das soziale Umfeld zerbricht, das einen stärken kann nach der Entlassung. Die Gefahr des Rückfalls und der Straftaten ist dadurch höher.” Rosi Steinberger, die auch stellvertretende Vorsitzende des Anstaltsbeirats ist, teilt diese Meinung: “Die meisten Leute sitzen hier lange, sie kommen aber raus – sie müssen sich in der Gesellschaft wieder zurechtfinden. Wir haben nicht die Möglichkeit zu sagen: Jetzt sind die Leute eingesperrt, was danach ist, ist uns egal. Was danach ist, ist genau das Wichtige – dass sie sich draußen wieder zurechtfinden.”

Signalwirkung erhofft

Die Landtagsabgeordneten sehen eine Chance, dass die Petition etwas an der Telefonsituation in bayerischen JVAs bewirken kann. Aber es werde ein langer Prozess. “Um mehr Telefonate zu ermöglichen, braucht es mehr Personal. Es wäre aber gut, wenn der Landtag dazu ein Signal geben würde”, so Schuberl.

Projekt “Kostenlose Horeb-Radiogeräte für Inhaftierte”

Gefangene gehören zu den Randgruppen unserer Gesellschaft, für die es sehr schwer ist, am Informationsangebot teilzuhaben. Um hier zu helfen, kooperieren der Sender Radio Horeb und der SET-FREE e.V. seit drei Jahren in diesem Projekt.

Wir möchten inhaftierten Menschen einen möglichst einfachen, kostenlosen und intensiven Empfang von DAB+ Radiosendern ermöglichen, speziell natürlich auch für das Programm von Radio Horeb. Das Angebot gilt unterschiedslos für alle Gefangenen (bzw. Patienten im Maßregelvollzug) und ist nicht konfessionell gebunden. Die Vermittlung oder Vertiefung des christlichen Glaubens ist hierbei lediglich ein Angebot, dessen Nutzung den einzelnen Gefangenen überlassen ist.

Die hochqualitativen Radiogeräte werden den Gefangenen kostenlos bereitgestellt. Anstaltsleitungen und Sicherheitsbeauftragte bitten wir, dieses Projekt nach besten Kräften zu unterstützen!

Als im November 2020 viele Inhaftierte und Bedienstete der JVA Dresden mit Corona infiziert wurden und die Kontaktmöglichkeiten auf ein absolutes Mindestmaß gekürzt werden mussten, erbat die JVA Unterstützung von Radio Horeb und dem SET-FREE e.V. – innerhalb von 48 Stunden konnten 100 (einhundert!) Radiogeräte im Wert von ca. 10.000 Euro an die JVA Dresden ausgeliefert werden – bezahlt aus Spenden der Radio-Horeb-Hörer. Ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten für diese Nothilfe!

Insgesamt konnten wir bereits 2.002 Radiogeräte in 64 Haftanstalten (in 15 Bundesländern) an Gefangene verteilen!

Vorsitzender des SET-FREE e.V. ist Teil des „Brücken-Teams“

Brücken-TeamIm September wurde zur intensiveren Koordination der Gefängnis- und Seelsorgearbeit hinter den Mauern und draußen in der Gesellschaft ein „Brücken-Team“ aus Verantwortlichen gebildet, das nun regelmäßig in Dresden tagt. Unter Leitung von Angelika Lang (Überregionale Vernetzung Gefängnisseelsorge Dresden) treffen sich neben dem kath. Gefängnisseelsorger der JVA Dresden, Diakon Matthias Schulz, auch eine ehrenamtliche Wortgottes-Beauftragte (Patricia Sorek) und ein Diakon in Ausbildung (Christoph Nitsche), die monatlich einen Gottesdienst in der JVA Dresden gestalten, und der Vorsitzende der freien Straffälligenhilfe SET-FREE e.V. (Pedro Holzhey). Insbesondere übergreifende Aktivitäten, Übergangsmanagement- und Nachsorge-Vorbereitung, aber auch die Gruppenarbeit im Gefängnis sind hier die wichtigsten Themen.

Mitarbeiter-Schulung für neue Ehrenamtliche beginnt als Kooperation zwischen der Gefängnisseelsorge und dem SET-FREE e.V.

Nach der diesjährigen Pilgerweg-Veranstaltung in Dresden haben sich erfreulicherweise gleich fünf neue Interessierte für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Gefängnisarbeit gemeldet. Bei einem Erstgespräch wurden die persönlichen Interessen ausgelotet und ein Mitarbeiter-Schulungsprogramm abgestimmt. Ende Januar 2021 geht es los und wir heißen die Verstärkung des Teams herzlich willkommen.

Hierbei wird SET-FREE wieder eng mit der Gefängnisseelsorge Dresden kooperieren. Weitere Interessenten für diese Schulung können sich noch bis 20. Januar 2021 über https://www.set-free-ev.de melden.

St. Nikolaus verstärkt das Gefängnisteam

DankgottesdienstAm 05.12., dem Vorabend des Hl. Nikolaus, findet sich ein buntes Publikum in St. Josef in Dresden-Pieschen ein, Personen aus verschiedenen christlichen Kirchen, Konfessionslose, Gemeindemitglieder von St. Martin, Ehrenamtliche in der Gefängnisarbeit, Haftentlassene zum Teil mit ihren Kindern, und Familienangehörige von Inhaftierten, hauptamtliche Mitarbeiter aus der Pfarrei und der Gefängnisseelsorge. 52 Personen feiern gemeinsam den zweiten Advent als Dankgottesdienst.

Die Wortgottesfeier wurde von Patricia Sorek (Wortgottesbeauftragte), Angelika Lang (Überregionale Vernetzung Gefängnisseelsorge) und Christoph Nitsche (Diakon in Ausbildung) geleitet, mit musikalischer Verstärkung unter der Leitung von Ulrike Wicklein.

DankgottesdienstIm Sinne des Pastoralkonzepts versteht sich „das Team Gefängnisseelsorge“ als kleine Gemeinschaft in der Pfarrei mit der Vision, eine Brücke zwischen Gefängnis und Gemeinde zu bauen. Gemeinsam wollen sie eine Kirche mit offenen Türen sein, die Menschen nach der Entlassung Heimat anbietet.

Am Ende des Gottesdienstes poltert es an der Tür und der Nikolaus tritt ein. Er freut sich über die vielen Menschen im Gottesdienst, erzählt von seinem Leben und Wirken und bringt allen Kindern eine kleine Freude.

Fotos: Helena Sorek, Bericht: Angelika Lang 

Spenden, ohne zu zahlen – gooding.de macht’s möglich!

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Hier kann man bei jedem Online-Einkauf kostenlos einen Prozentsatz der Bestellsumme vom Verkäufer an SET-FREE spenden lassen. Bitte beherzigen Sie dies möglichst bei jeder Online-Bestellung. Danke!

Unterstützen Sie SET-FREE ganz einfach bei Ihren Einkäufen – ohne Kosten!

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